Ausbildung

Der Vorbereitungsdienst (Beamtenausbildung) dauert 6 Monate und gliedert sich in:

  • die praktische Ausbildung bei einem Gericht oder einer Staatsanwaltschaft
  • einen 8 bis 9-wöchigen Fachlehrgang

In der praktischen Ausbildung werden die Anwärterinnen und Anwärter mit allen Aufgaben des Justizwachtmeisterdienstes vertraut gemacht. Sie haben monatlich zwei schriftliche Arbeiten anzufertigen, die bewertet und besprochen werden.

Sofern die Einstellung als Justizaushelfer/in erfolgte besteht keine Beschränkung auf die Dauer von 6 Monaten. Die tarifbeschäftigten Justizaushelfer/innen werden nach ihrer Einstellung jedoch in gleicher Weise wie die Beamtenanwärter/innen in ihren Beschäftigungsbehörden praktisch ausgebildet. Sie müssen grundsätzlich auch den Fachlehrgang absolvieren.

In dem Fachlehrgang an der Ausbildungsstätte für den mittleren Justizdienst wird den Anwärterinnen und Anwärtern das für die Dienstverrichtung im Justizwachtmeisterdienst erforderliche Fachwissen vermittelt. Der Lehrstoff umfasst insbesondere:

  • Einführung in die wichtigsten Bestimmungen des Grundgesetzes und der Hessischen Verfassung,
  • Überblick über die wichtigsten Bestimmungen des Beamtenrechts und über den Aufbau und die Aufgaben der Landes- und Kommunalverwaltung,
  • Aufbau und Aufgaben der Gerichte und Staatsanwaltschaften, Geschäftsgang bei den Justizbehörden,
  • Sitzungs-, Vorführungs-, Sicherheits- und Ordnungsdienst; Mittel und Anwendung unmittelbaren Zwangs; Grundsatz der Verhältnismäßigkeit,
  • Psychologische Schulung im Umgang mit Vorzuführenden und rechtsuchenden Bürgern; Konfliktvermeidungsstrategien, Zusammenarbeit im Dienstbetrieb (gemeinsame Bewältigung von Konfliktsituationen, Kommunikation, Kooperation),
  • Zustellung von Schriftstücken, Grundzüge der Registrierung von Verfahren,
  • die wichtigsten Bestimmungen für den Zustell-, Brief- und Frachtdienst im In- und Ausland, Beförderung von Geld- und Wertsachen, Postabfertigung, Postannahmestelle, Einschreibesendungen, Behandlung von Überführungsstücken und Fundsachen,
  • Umgang mit Gefangenen; Durchsuchung, Kontrolle und andere Sicherungsmaßnahmen,
  • waffenlose Selbstverteidigung und Anwendung von Hiebwaffen; Vermittlung von Fesselungstechniken,
  • Erste Hilfe bei Unfällen, Brandschutz, Gesundheitsschutz,
  • EDV (Grundlagen allgemeiner und justizspezifischer Software).

Während des Fachlehrgangs sind schriftliche Aufsichtsarbeiten anzufertigen, die bewertet werden. Am Ende des Lehrgangs wird über jede/n Teilnehmer/in eine Beurteilung erstellt, aus der hervorgeht, ob und mit welchem Erfolg sie/er an dem Lehrgang teilgenommen hat.