Einführungspraktikum

Das Einführungspraktikum (Ausbildungsabschnitt I) dauert zwei Monate. Es beginnt am ersten Tag der Ausbildung bei dem jeweiligen Ausbildungsamtsgericht. Dort erfolgt die Ernennung zum Beamten/zur Beamtin auf Widerruf und die Vereidigung. Das Einführungspraktikum wird ab dem nächsten Tag an der Ausbildungsstätte für den mittleren Justiz-dienst in Rotenburg a. d. Fulda und dem Amtsgericht Bad Hersfeld fortgesetzt. Für die Ausbildungszeit beim Amtsgericht Bad Hersfeld wird ein Transferdienst von Rotenburg a. d. Fulda nach Bad Hersfeld eingerichtet.

Im Ausbildungsabschnitt I

  • werden die Anwärterinnen und Anwärter in allgemeiner Form über die Bedeutung und die Organisationsstrukturen der Justiz informiert,
  • erhalten sie einen Überblick über die Aufgaben des mittleren Justizdienstes in den Gerichten, den Staatsanwaltschaften und der Justizverwaltung,
  • machen sie sich durch die Teilnahme an Gerichtsverhandlungen und Exkursionen mit der Arbeitsweise der Gerichte vertraut und
  • werden in die allgemeinen elektronischen Arbeitstechniken eingeführt und im Tastschreiben geschult.

Den berufsfachlichen Schwerpunkt der Ausbildung im Einführungspraktikum bildet die praktische und theoretische Unterweisung in den Hauptaufgabengebieten der streitigen Gerichtsbarkeit (Straf- und Zivilprozess). In diesem Zusammenhang werden den Anwärterinnen und Anwärtern exemplarisch auch die Besonderheiten der juristischen Fachsprache und der Gesetzestechnik vermittelt. Außerdem erhalten sie im Anschluss an die allgemeine Einführung in die elektronischen Arbeitstechniken eine gründliche Schulung in den im Straf- und Zivilbereich eingesetzten EDV-Fachanwendungen.


Das Einführungspraktikum umfasst schließlich auch wichtige lernpädagogische Ausbildungsangebote.


Vorrangiges Ziel des ersten Ausbildungsabschnitts ist es,

  • die Anwärterinnen und Anwärter zu optimalem Lernverhalten anzuleiten,
  • ihnen die Denk- und Arbeitsweise der Justiz nahe zu bringen,
  • ihnen im Lehrgebiet „EDV-Grundlagen und Tastschreiben“ einen Kenntnisstand zu vermitteln, der sie in die Lage versetzt, mit den notwendigen EDV-Fachanwendungen zu arbeiten
  • die Anwärterinnen und Anwärter so gut auf den nachfolgenden Ausbildungsabschnitt (Berufspraktikum I) vor-zubereiten, dass sie den Anforderungen der Praxis gewachsen sind und sich problemlos in den Geschäftsablauf der Ausbildungsgerichte integrieren lassen.