Wenn zusammenwächst, was zusammengehört - Jubiläum 30 Jahre Mauerfall

Am 09.11.1989 wurde die innerdeutsche Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland nach ca. 28-jährigem Bestehen geöffnet. Hierzu haben die friedlichen Proteste (Montagsdemonstrationen) der DDR-Bürgerinnen und –Bürger geführt. Damit wurde der Weg für die deutsche Wiedervereinigung am 03.10.1990 und das Ende des Kalten Krieges geebnet.
Rund 30 Jahre später schauen wir zurück auf die bedeutenden Ereignisse. Zu diesem Anlass fand am 28.11.2019 eine Festveranstaltung im Studienzentrum mit ca. 600 Gästen, darunter 60 Anwärter*innen mit Dozenten von der Verwaltungsfachhochschule Gotha, statt.

Direktor des Studienzentrums - Karl Jennemann
Direktor des Studienzentrums - Karl Jennemann

Im Fokus der Veranstaltung stand eine ganz besondere Geschichte zur Zeit der Teilung Deutschlands: Anlässlich des Volksaufstandes in Ungarn in 1956 solidarisierte sich eine Abiturklasse in Storkow (Brandenburg) mit den Menschen in Ungarn durch eine fünfminütige Schweigezeit in der Klasse. Dadurch wurde sie zum Staatsfeind und verließ (fast geschlossen) wenige Wochen vor dem Abitur die DDR. Diese Geschichte wurde in dem Film „Das schweigende Klassenzimmer“ festgehalten. Der damalige Klassensprecher Herr Karsten Köhler stand als Zeitzeuge zur Verfügung und berichtete über sein Leben vor und nach den Geschehnissen, sein Bild von der DDR und den Auswirkungen der Schweigezeit. Herr Köhler ist der Überzeugung, dass die jungen Generationen nach wie vor für die Grundrechte und den Rechtsstaat einstehen müssen.

Als Ehrengast durfte das Studienzentrum Staatssekretär Dr. Martin Worms begrüßen. Er berichtete über seine Erinnerungen und Erlebnisse zur Zeit der deutschen Teilung, sowohl beruflich, insbesondere als Referatsleiter der Haushaltsabteilung im Hessischen Finanzministerium und Leiter der Abteilung für Beteiligungen, Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten im Thüringer Finanzministerium, als auch privat. Herr Dr. Worms hält es für wichtig, sogar notwendig, „die Erinnerung an den Mauerfall vor 30 Jahren zu bewahren und all das, was damit verbunden ist, an die nächsten Generationen weiterzutragen“. Er appelliert daran, sich ein Beispiel an den mutigen Schülern zu nehmen, denn auch heute gelte es, die Demokratie und die damit verbundenen Werte aufrechtzuerhalten und für diese verantwortungsvoll einzustehen. Die Freiheit und der Frieden seien mit Blick auf die Vergangenheit sicher nicht selbstverständlich.

Staatssekretär Dr. Martin Worms
Staatssekretär Dr. Martin Worms

Im Anschluss wurde das Leben zweier Jugendlicher am Todesstreifen auf Ost- und Westseite verglichen. Hierbei stand Herr Rudolf Eckstein, Leiter des Bildungszentrums Gotha, für die Westseite und Herr Hendrik Hintze, sein Stellvertreter, für die Ostseite. Die beiden berichteten von Grenzkontrollen, Fluchtversuchen, der Mauer mit ihren Wachtürmen, Minen, Kettenhunden und Selbstschussanlagen, sowie der ständigen Präsenz des Militärs und der Trennung von Familie und Freunden.

Herr Eckstein & Herr Hintze
Zeitzeugen im Zwiegespräch - Herr Eckstein und Herr Hintze

Zu guter Letzt hielten Herr Willi Reinemann, ehemaliger Dozent der Verwaltungsfachhochschule in Rotenburg zur Wendezeit, sowie Herr Hagen Fischbach, einer der ersten Anwärter aus der Wendezeit, einen gemeinsamen Vortrag. Da es in den neuen Bundesländern keine Finanzämter wie in den alten Bundesländern gab, mussten die Menschen nach der Wiedervereinigung entsprechend geschult werden. Diese Zeit haben beide als sehr prägsam und positiv in Erinnerung. Das Studienzentrum Rotenburg und das Bildungszentrum Gotha haben auch aufgrund dieser Zusammenarbeit bis heute eine enge Verbindung.

Abends fand zur Feier des Jubiläums in der Mehrzweckhalle eine große Party statt, bei der die Live-Band „Alex im Westerland“ passend zum Anlass Songs von „Die Ärzte“ und „Die Toten Hosen“ spielte. Die vier Frankfurter spielen sonst in Clubs, auf Festivals und anderen Feierlichkeiten; bereits 2012 traten sie als Finalisten bei „Hessen Rockt“ auf. Mit den bekanntesten und größten Hits der letzten 30 Jahre haben sie es verstanden, mit Humor und Power für eine ausgelassene Stimmung zu sorgen und alle Altersgruppen gleichermaßen mitzureißen.

Kontakt für Pressevertreter
Ansprechpartner: Herr Dr. Martin Träger
Telefon: +49 6623 932 111
Fax: +49 6623 932 555
E-Mail: presse@szrof.hessen.de

Hessen-Suche